Für deinen KI-Einstieg kannst du kostenlose Unterstützung nutzen oder einen Zuschuss zu passender Beratung erhalten. Mittelstand-Digital hilft bei Orientierung und Qualifizierung. BAFA bezuschusst bestimmte Unternehmensberatungen, INQA ein Coaching zur Veränderung der Arbeit im Betrieb. Regionale Programme können außerdem die Einführung einer Lösung unterstützen. Entscheidend sind dein Standort und die Kostenart: Orientierung, Beratung, Coaching oder technische Einrichtung.
Es gibt keine einzelne „KI-Förderung“, sondern verschiedene Programme für Orientierung, Beratung, Coaching und Investitionen. Ein typischer Stolperstein ist die Reihenfolge: Wenn du BAFA nutzen willst, schließe den Beratungsvertrag noch nicht ab. Erst kommt der Antrag, danach das Informationsschreiben und erst dann der Vertrag. Schon die Unterschrift zählt als Beratungsbeginn.2
Welche Unterstützung passt zu deinem Vorhaben?
Eine Tischlerei möchte Anfragen schneller beantworten. Dahinter können drei verschiedene Aufgaben stecken: Das Büro braucht zunächst einen Überblick über geeignete KI-Werkzeuge. Die Inhaberin muss entscheiden, welche Abläufe sich wirtschaftlich ändern lassen. Oder das ganze Team muss eine neue Aufgabenverteilung ausprobieren. Dafür kommen unterschiedliche Angebote infrage.
| Angebot | Wobei es hilft | Kosten und Förderung | Dein erster Schritt |
|---|---|---|---|
| Mittelstand-Digital | Orientierung, Qualifizierung und anbieterneutrale Unterstützung bei Digitalisierung und KI | Die beschriebenen Unterstützungsangebote sind kostenlos. Eine eigene Softwareanschaffung wird dadurch nicht automatisch bezahlt. | Passendes Zentrum und konkretes Angebot auswählen.1 |
| BAFA-Unternehmensberatung | Individuelle konzeptionelle Beratung zu wirtschaftlichen, personellen oder organisatorischen Fragen | Je nach Standort 50 oder 80 Prozent von höchstens 3.500 Euro förderfähigen Beratungskosten. Den übrigen Anteil trägst du selbst.3 | Beratungsziel und geeignetes Beratungsunternehmen klären, dann vor Vertragsschluss online beantragen.2 |
| INQA-Coaching | Veränderungen der Arbeitsorganisation gemeinsam mit Beschäftigten entwickeln und erproben | 80 Prozent Förderung für höchstens zwölf Coaching-Tage. Der förderfähige Tagessatz beträgt höchstens 1.200 Euro netto.5, 6 | Kostenlose Erstberatung bei einer regionalen INQA-Beratungsstelle vereinbaren.5 |
Die Tabelle zeigt bundesweite Unterstützung und Beratungszuschüsse. Für Vorhaben in Nordrhein-Westfalen folgen unten MID-Zuschüsse und das Investitionsdarlehen NRW.BANK.Invest Zukunft. Für kleine Gewerbebetriebe in Bayern kommt der Digitalbonus als Zuschuss zur Einführung einer Digitalisierungslösung hinzu. Die Prüfdaten stehen bei den jeweiligen Quellen; regionale Programme hängen von Standort und konkretem Vorhaben ab.
Noch keine klare Aufgabe? Starte kostenlos
Wenn du noch zwischen Angebotsentwürfen, Kundenanfragen und Dokumentenablage schwankst, ist Orientierung hilfreicher als ein vorschneller Softwarevertrag. Die Mittelstand-Digital Zentren bieten kleinen und mittleren Unternehmen sowie Handwerksbetrieben kostenlose, anbieterneutrale Unterstützung zu Digitalisierung und KI. Dazu gehören Informationen, Qualifizierung und praxisnahe Angebote.1
Schreibe vor der Suche eine konkrete Frage auf: „Wie können wir wiederkehrende Anfragen im vorhandenen Postfach vorbereiten, ohne verbindliche Zusagen automatisch zu versenden?“ Damit kannst du ein passendes Angebot auswählen und nachfragen, ob dein Anliegen dort bearbeitet wird.
Achte bei der Auswahl auf den Termin: Das bestehende Zentrennetz läuft schrittweise bis Ende 2026 aus, ein neues Netzwerk nimmt ab 2027 seine Arbeit auf. Prüfe deshalb das aktuell angebotene Format und die zuständige Anlaufstelle.1
Das frühere Investitionsprogramm „Digital Jetzt“ ist Ende 2023 ausgelaufen.1 Ein älterer Ratgeber mit diesem Programmnamen ist deshalb kein geeigneter Ausgangspunkt für einen neuen Antrag.
Wenn dir bereits die Aufgabenwahl schwerfällt, hilft dir KI im Handwerk: Beispiele, Tools und dein erster Büroablauf mit konkreten Büroabläufen.
BAFA: Beratung bezuschussen, Vertrag erst nach dem Schreiben
BAFA fördert konzeptionelle, individuelle Unternehmensberatung. Dazu gehören wirtschaftliche, finanzielle, personelle und organisatorische Fragen. Eine Beratung kann etwa untersuchen, wie du den Aufwand im Büro verringerst und welche organisatorischen Änderungen dafür nötig sind. Gefördert wird damit die Beratung, nicht pauschal der Kauf eines KI-Abos oder die technische Einrichtung.2, 4
Die Richtlinie nennt für die Beratung höchstens fünf Tage. Reisezeit und Berichterstellung können außerhalb dieser Beratungszeit liegen.4
Standort, Eigenanteil und Zahlungsweg
Die förderfähigen Beratungskosten sind auf 3.500 Euro begrenzt. Der Fördersatz hängt vom Standort der beratenen Betriebsstätte ab:3
- 80 Prozent, höchstens 2.800 Euro: neue Bundesländer ohne Berlin und ohne die Region Leipzig, außerdem die Regionen Lüneburg und Trier.
- 50 Prozent, höchstens 1.750 Euro: übrige alte Bundesländer, Berlin und die Region Leipzig.
Die Regionsnamen sind Fördergebiete. Prüfe die Zuordnung deines konkreten Standorts über die auf der BAFA-Seite verlinkten Regionalinformationen.2
Beispiel: Bei 3.000 Euro förderfähigen Beratungskosten und 50 Prozent Förderung beträgt der Zuschuss 1.500 Euro. Weitere 1.500 Euro dieser Kosten bleiben bei dir. Zusätzliche nicht förderfähige Kosten kommen hinzu.3
Für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen ist die Umsatzsteuer nicht förderfähig.2, 3 Kläre deshalb die Berechnungsgrundlage, bevor du mit einem Eigenanteil planst.
Du bezahlst zunächst das vollständige Honorar und reichst den Zahlungsnachweis ein; für Anträge bis 31. Dezember 2026 gelten dafür die bisherigen Nachweisregeln, ab 2027 reicht die Umsatzanzeige. Erst nach abschließender Prüfung entscheidet BAFA über Bewilligung und Auszahlung. Die Förderung ersetzt also nicht die nötige Liquidität für die Rechnung.2
Prüfe Betrieb und Beratungsangebot zusammen
Grundsätzlich richtet sich das Programm an rechtlich selbstständige Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und freie Berufe mit Unternehmenssitz und Geschäftsbetrieb in Deutschland. Die KMU-Grenzen liegen bei weniger als 250 Beschäftigten und höchstens 50 Millionen Euro Jahresumsatz oder 43 Millionen Euro Bilanzsumme. Partnerunternehmen und verbundene Unternehmen werden nach den Förderregeln berücksichtigt.4
Es gibt weitere Ausschlüsse, etwa für Unternehmen, die selbst in bestimmten beratenden oder schulenden Bereichen tätig sind. Auch das Beratungsangebot muss passen: Überwiegende Fördermittelberatung ist ausgeschlossen. Ebenso Beratungen, deren Zweck auf den Erwerb selbst vertriebener Waren oder Dienstleistungen des Beratenden gerichtet ist. Dieselbe Beratung darf nicht mit weiteren öffentlichen Zuschüssen doppelt finanziert werden.4
Lass deshalb nicht nur die Unternehmensgröße, sondern auch das konkrete Beratungsziel und die Beratereigenschaft prüfen. Ein Angebot mit dem Wort „KI“ wird dadurch allein noch nicht förderfähig.
Die Reihenfolge bis zum Zuschuss
- Beratungsziel und Beratungsunternehmen auswählen. Beschreibe die unternehmerische Frage und kläre, ob das Beratungsunternehmen die Anforderungen erfüllt.
- Den Onlineantrag bei BAFA stellen. Warte anschließend das Informationsschreiben mit den Bedingungen und der Vorlagefrist ab. Das Schreiben ist noch kein Bewilligungsbescheid.
- Erst danach den Beratungsvertrag schließen und beginnen. Eine vorherige Vertragsunterzeichnung zählt bereits als Beginn.
- Beratung abschließen, Bericht erhalten und Honorar vollständig bezahlen. Bewahre Rechnung und geeigneten Zahlungsnachweis auf.
- Den Verwendungsnachweis fristgerecht einreichen. Spätestens sechs Monate nach Erhalt des Informationsschreibens müssen die vollständigen Unterlagen bei der Leitstelle vorliegen.2
Bei Anträgen bis 31. Dezember 2026 gilt: Ist dein Unternehmen bei Antragstellung noch nicht länger als ein Jahr am Markt, ist zusätzlich ein Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner nötig. Das Gespräch darf frühestens drei Monate vor dem Antrag stattfinden und muss spätestens vor Einreichung des Verwendungsnachweises erfolgt sein. Ab 2027 entfällt dieses Gespräch.2
Ab 2027 geht das Programm weiter: Laut BAFA wird die Förderung vom 1. Januar 2027 bis 31. Dezember 2028 verlängert. Für Anträge ab 2027 ändern sich drei Punkte:2
- Als Zahlungsnachweis reicht die Umsatzanzeige.
- Das Informationsgespräch für junge Unternehmen entfällt.
- Der Antrag läuft nur noch über ELSTER oder BundID.
Gleich bleibt das Kontingent: höchstens zwei Beratungen pro Jahr und insgesamt fünf während der Laufzeit.2, 4 Bis 31. Dezember 2026 gelten die bisherigen Regeln oben. Prüfe vor dem Antrag auf der BAFA-Seite, welche Fassung für dein Antragsdatum gilt.
INQA: Wenn sich die Zusammenarbeit im Team ändern soll
INQA-Coaching passt zu einer anderen Frage: Wie verändert ihr die Arbeit im Betrieb gemeinsam? Beschäftigte wirken an den Lösungen mit. Ein autorisierter Coach begleitet den Prozess.5
Bei der Tischlerei könnte das bedeuten, dass Büro und Werkstatt gemeinsam festlegen, wer eine KI-Antwort vorbereitet, wer technische Rückfragen beantwortet und wer den Versand freigibt. Wie so eine Festlegung auf einer Seite aussieht, zeigt Eine KI-Regel für dein kleines Team. Das Beispiel beschreibt eine organisatorische Fragestellung.
Die INQA-Seite nennt unter anderem diese Voraussetzungen:5
- mindestens eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle im letzten Geschäftsjahr;
- insgesamt weniger als 250 Mitarbeitende;
- Firmensitz und Arbeitsstätte in Deutschland;
- mindestens zwei Jahre am Markt;
- höchstens 50 Millionen Euro Jahresumsatz oder 43 Millionen Euro Jahresbilanzsumme.
Ein Solobetrieb ohne die genannte Vollzeitstelle sollte deshalb nicht mit diesem Programm kalkulieren, sondern zunächst kostenlose Orientierung oder andere passende Programme prüfen.
Erst Beratung, dann Coaching-Scheck
- Regionale INQA-Beratungsstelle auswählen. Im kostenlosen Erstgespräch klärt ihr Voraussetzungen und Coaching-Ziel.
- Coaching-Scheck erhalten und autorisierten Coach auswählen. Der Scheck ist der Einstieg ins geförderte Coaching.
- Mit dem Team am vereinbarten Ziel arbeiten. Das Coaching umfasst höchstens zwölf Tage innerhalb von maximal sieben Monaten.5, 6
80 Prozent Förderung bedeutet, dass ein eigener Kostenanteil bleibt. Frage die Beratungsstelle vor dem Vertrag konkret nach förderfähigem Honorar, Umsatzsteuer, Rechnung, Vorfinanzierung und Auszahlung. Lass dir zugleich bestätigen, bis wann dein Betrieb aktuell einsteigen kann. Die sieben Monate für die Durchführung sind nicht mit einer allgemeinen letzten Antragsfrist gleichzusetzen.
NRW: Zwei MID-Programme mit unterschiedlichen Zielen
Für kleine und mittlere Unternehmen mit Sitz in Nordrhein-Westfalen lohnt sich ein genauer Blick auf „Mittelstand Innovativ & Digital“ (MID). Die ähnlich klingenden Programme MID-Digitale Prozesse und MID-Digitalisierung fördern unterschiedliche Vorhaben. Ein interner KI-Büroablauf ist etwas anderes als ein digitales Produkt, das du am Markt anbieten möchtest.7, 8
MID-Digitale Prozesse: Beratung zum internen Ablauf, Aufruf geschlossen
Das Programm bezuschusst externe Beratung zur Analyse und Optimierung interner Geschäfts- und Produktionsprozesse. Dazu gehören die Aufnahme des heutigen Ablaufs, ein Konzept für den verbesserten Ablauf, die Softwareauswahl und fachliche Beratung bei der Einführung. Software, Hardware und Lizenzen selbst sowie reine Standardinstallationen sind ausgeschlossen.7
Förderart und Höhe: Beratungszuschuss von höchstens 500 Euro pro Tagewerk für maximal 30 Beratungstage, insgesamt höchstens 15.000 Euro. Ein erforderlicher Eigenanteil muss finanziert sein.7
Antragsstatus, geprüft am 1. November 2026: Das Antragsportal für den Förderaufruf 2026 ist geschlossen, weil die maximale Antragszahl erreicht wurde. Ein neuer Antrag für diesen Aufruf ist damit nicht möglich. Ob und wann ein weiterer Aufruf folgt, ist offen; die NRW.BANK-Seite nennt keinen bestätigten Wiederöffnungstermin für 2027.7
Für die Tischlerei wäre die Beratung zu einem besseren Anfrageablauf thematisch passend: Welche Angaben fehlen im Postfach, wer fragt nach und welche Software unterstützt dabei? Das Beispiel veranschaulicht den Förderzweck. Die aktuelle MID-Übersicht verlangt eine Bewilligung vor Vorhabenbeginn. Ein rechtsverbindlicher Auftrag zählt bereits als Beginn. Prüfe bei einem neuen Aufruf dessen veröffentlichte Bedingungen.7, 9
MID-Digitalisierung: Ein digitales Produkt entwickeln
Seit dem 1. Januar 2026 richtet sich MID-Digitalisierung an die Entwicklung oder Weiterentwicklung marktgängiger digitaler Produkte mit hohem Innovationspotenzial. Dazu zählen intelligente Anwendungen mit KI oder maschinellem Lernen. Das Produkt muss eine konkrete Zielgruppe und eine realistische Marktverwertung haben. Die frühere Förderung unternehmensinterner Digitalisierungsmaßnahmen ist in diesem Teilprogramm entfallen.8
Förderart und Höhe: Zuschuss von 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben, höchstens 15.000 Euro. Die Bagatellgrenze liegt bei 4.000 Euro Zuschuss. Zielgruppe sind Kleinstunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen mit Sitz in NRW. Du brauchst ein geeignetes auftragnehmendes Unternehmen mit einschlägigen Referenzen oder Kompetenzen; die Gesamtfinanzierung muss gesichert sein.8
Antragsstatus, geprüft am 1. November 2026: Laut NRW.BANK ist die Registrierung zur Verlosung möglich. Erst nach erfolgreichem Losverfahren wird der eigentliche Förderantrag freigeschaltet. Die Interessensbekundung und die Ziehung erfolgen monatlich; nach einem gezogenen Los bleiben 28 Tage für den Antrag. Wird dein Los nicht gezogen, musst du bei weiterem Interesse erneut teilnehmen. Auch hier darfst du vor dem Zuwendungsbescheid weder beginnen noch Vereinbarungen mit Projektpartnern rechtskräftig abschließen.8
Für die Auswahl heißt das: Willst du nur die Anfragen im eigenen Betrieb mit KI bearbeiten, ist MID-Digitalisierung dafür nach dem aktuellen Förderzweck nicht der passende Zuschuss. Willst du dagegen ein eigenes intelligentes Produkt für Kunden entwickeln, lohnt sich die Prüfung dieses Programms. Ein geschlossener Aufruf bei MID-Digitale Prozesse macht die Produktförderung nicht zum Ersatz für Prozessberatung.
NRW.BANK.Invest Zukunft: KI-Investitionen über einen Kredit finanzieren
Willst du eine KI-Lösung im Betrieb einführen, statt nur den Ablauf beraten zu lassen, kommt in NRW auch NRW.BANK.Invest Zukunft infrage. Das Programm nennt im Förderbereich Digitalisierung ausdrücklich KI, maschinelles Lernen und Sprach-/Textautomatisierung sowie spezielle Unternehmenssoftware. Gefördert werden Investitionen. Unternehmen und Angehörige der freien Berufe können antragsberechtigt sein; der Investitionsort muss in Nordrhein-Westfalen liegen. Das Vorhaben muss einen dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg erwarten lassen und seine Gesamtfinanzierung muss gesichert sein.10, 11
Für die Tischlerei heißt das: Eine geplante Investition in eine Lösung zur Textautomatisierung kann Anlass sein, dieses Programm mit der Hausbank zu prüfen. Der Förderzweck unterscheidet sich damit von der reinen Prozessberatung bei MID-Digitale Prozesse. Stelle dafür getrennt zusammen, was du anschaffen oder einrichten lassen möchtest und welche laufenden Kosten danach entstehen.
Was finanziert wird und welche Kosten bei dir bleiben
Förderart und Umfang, geprüft am 1. November 2026: Ein Ratendarlehen kann bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten finanzieren, höchstens 10 Millionen Euro. Das ist ein Kredit mit Zinsen und Rückzahlung. Betriebsmittel sind laut Merkblatt ausgeschlossen, ebenso reine Ersatzinvestitionen und bloße Routineänderungen an bestehenden Produkten oder Verfahren. Ordne deshalb laufende Abos und Betreuung getrennt von der Investition ein und lass die konkreten Angebotspositionen von der Hausbank prüfen.10, 11
Für kleine und mittlere Unternehmen wird zusammen mit dem Darlehen ein Tilgungsnachlass beantragt. Bei einem Darlehensvolumen bis einschließlich einer Million Euro nennt die NRW.BANK 20 Prozent für kleine und 10 Prozent für mittlere Unternehmen; darüber sind es 10 beziehungsweise 5 Prozent. Entscheidend sind die Einstufung des Unternehmens und die tatsächlich anfallenden förderfähigen Kosten. Damit der Nachlass berücksichtigt wird, muss die Verwendungsbestätigung innerhalb der tilgungsfreien Zeit vorliegen. Der Nachlass verringert die Rückzahlung und ist kein separat ausgezahlter Beratungszuschuss.10, 11
Der Zinssatz wird für die gesamte Laufzeit festgeschrieben. Seine Höhe hängt unter anderem von Bonität und Sicherheiten ab. Lass dir im Finanzierungsgespräch Zins, Rückzahlungsplan, mögliche Bereitstellungsprovision und den verbleibenden Eigenanteil zusammen zeigen. Ein Finanzierungsanteil von 100 Prozent sagt nur etwas über die förderfähigen Investitionskosten aus, nicht über sämtliche Kosten deines Vorhabens.10, 11
Antrag über die Hausbank, bevor das Vorhaben beginnt
Antragsstatus, geprüft am 1. November 2026: Die Programmseite beschreibt die Antragstellung über eine Hausbank und verlinkt das Kundenportal. Ein geschlossener Förderaufruf wird dort nicht genannt. Der Antrag bei der Hausbank muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden.10
Die Hausbank prüft mit dir die Kreditfinanzierung, die Kostenarten und die erforderlichen Sicherheiten. Halte auch die bereits erhaltenen öffentlichen Beihilfen bereit: Das Programm arbeitet je nach Variante mit unterschiedlichen Beihilferegeln. Für eine Kombination mit anderen Förderungen sind die jeweiligen Kumulierungsgrenzen zu beachten.11
Zuschuss und Darlehen getrennt prüfen
Die beiden beschriebenen MID-Programme sind Zuschüsse. Invest Zukunft ist dagegen eine Kreditfinanzierung mit möglichem Tilgungsnachlass.7, 8, 10 Plane Beratungshonorar, technische Einrichtung, Software und Finanzierung getrennt und frage nach dem Programm für deine tatsächliche Kostenart. Weitere Landesprogramme hängen vom Betriebsstandort und Vorhaben ab; diese Auswahl ist keine vollständige Übersicht aller Bundesländer.
Für dieselbe Maßnahme sind bei beiden MID-Programmen weitere öffentliche Zuschüsse ausgeschlossen. Öffentliche Darlehen und Bürgschaften können dagegen kombiniert werden; die jeweiligen Beihilfe- und Kumulierungsregeln bleiben zu beachten.7, 8
Bayern: Zuschuss zur betrieblichen Digitalisierung
Wenn dein kleiner Gewerbebetrieb eine KI-Lösung in einer bayerischen Betriebsstätte einführen möchte, lohnt sich die Prüfung des Digitalbonus Bayern. Das Programm fördert die Entwicklung, Einführung oder Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen. KI gehört ausdrücklich zu den genannten Techniken. Dein Unternehmen muss weniger als 50 Beschäftigte haben; Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme dürfen höchstens 10 Millionen Euro betragen. Freie Berufe sind grundsätzlich ausgeschlossen; bei gewerblicher Rechtsform und Gewerbesteuerpflicht nennt die FAQ eine Ausnahme.12, 14
Welche Einrichtungskosten zum Zuschuss passen
Zuschuss und Kostenarten, geprüft am 2. November 2026: Beim Digitalbonus Standard sind bis zu 7.500 Euro Zuschuss möglich, beim Digitalbonus Plus bis zu 30.000 Euro, jeweils bis zu 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Plus verlangt einen besonderen Innovationsgehalt und eine detaillierte Beschreibung. Die bloße Bezeichnung als KI-Projekt reicht dafür nicht aus. Maßnahmen mit weniger als 4.000 Euro förderfähigen Ausgaben sind ausgeschlossen.12
Gefördert werden externe Leistungen und die notwendige Software, einschließlich Einrichtung und individueller Anpassung. Beratung und Schulung können zur eingeführten Lösung dazugehören, bis zu 50 Prozent der gesamten förderfähigen Ausgaben. Herkömmliche Bürosoftware, gewöhnliche Computer und eine reine Beratung ohne Implementierung oder Projektbezug sind dagegen ausgeschlossen. Im Bewilligungszeitraum anfallende Lizenz- und Systemservicegebühren werden für höchstens 18 Monate berücksichtigt.12
Für die Tischlerei kann deshalb die Einführung einer passenden Lösung zur Anfragebearbeitung ein Anlass zur Prüfung sein. Trenne im Angebot die Software, die konkrete Anpassung an deinen Ablauf und die Schulung. Ob die einzelnen Positionen förderfähig sind, prüft die zuständige Bezirksregierung. Für dieselbe Maßnahme schließt die FAQ eine Förderung aus anderen Programmen aus.14
Selbst beantragen und die Eingangsbestätigung abwarten
Antragszugang, geprüft am 2. November 2026: Die Antragsseite verlinkt die Online-Anträge der zuständigen Bezirksregierungen. Es gibt monatliche Kontingente; prüfe deshalb vor deinem Antrag den aktuellen Zugang. Die verlinkten Antragswege zeigen nicht, wie viele Plätze noch verfügbar sind.13, 14
Den Antrag stellt dein Unternehmen selbst mit dem eigenen ELSTER-Unternehmenskonto. Eine Antragstellung oder Zertifikatsnutzung durch den einrichtenden Dienstleister ist ausgeschlossen. Warte mit Bestellung und Beauftragung auf die Antragseingangsbestätigung per E-Mail. Auch eine mündliche Beauftragung vorher kann bereits als Beginn zählen. Erst nach der Bestätigung darfst du auf eigenes Risiko beginnen; über den Zuschuss entscheidet die Bezirksregierung anschließend. Die Auszahlung beantragst du nach Durchführung und Bezahlung der Rechnungen, du brauchst also Mittel zur Vorfinanzierung.12, 13, 14
Bereite dein Vorhaben auf einer Seite vor
Mit diesen Angaben wird das Gespräch über Förderung konkreter. Du kannst die Vorlage kopieren und für deinen Betrieb ausfüllen:
Unser Betrieb und Standort:
Unternehmensalter und Beschäftigtenzahl:
Welche Aufgabe soll sich ändern?
Wer arbeitet heute daran, wer soll beteiligt sein?
Was brauchen wir: Orientierung, Beratung, Coaching oder Einrichtung?
Welche Kosten sind geplant: Honorar, Software, Technik oder Betreuung?
Wurde bereits ein Vertrag unterschrieben oder eine Leistung begonnen?
Welche öffentlichen Beihilfen oder Zuschüsse bestehen bereits?
Welche Summe können wir bis zur möglichen Auszahlung selbst finanzieren?
Welche Anlaufstelle prüft Programm und nächsten zulässigen Schritt?
Prüfe vor einer Beauftragung drei Punkte: Passt die Kostenart zum Programm? Ist dein Standort richtig zugeordnet? Ist der Vertragsbeginn schon erlaubt? Wenn eine Antwort fehlt, kläre genau diesen Punkt zuerst mit der zuständigen Stelle.
Förderentscheidungen richten sich nach den jeweiligen Bedingungen und verfügbaren Mitteln. Die zuständige Stelle prüft deinen Einzelfall. Technische Einrichtung, Softwarelizenzen und laufende Betreuung gehören deshalb als eigene Kostenpositionen in deinen Plan, statt sie unter „Beratung“ zusammenzufassen.
Wähle jetzt den passenden ersten Weg
- Du suchst eine geeignete KI-Aufgabe oder möchtest Werkzeuge kennenlernen: Schau nach einem passenden Angebot von Mittelstand-Digital.
- Du brauchst eine konzeptionelle Unternehmensberatung: Prüfe BAFA-Verfahren, Beratungsunternehmen und Antrag, bevor du einen Vertrag schließt.
- Du willst Arbeitsabläufe gemeinsam mit Beschäftigten verändern: Starte mit der regionalen INQA-Erstberatung.
- Dein Betrieb sitzt in NRW: Prüfe Förderzweck und aktuellen Zugang bei MID-Digitale Prozesse oder MID-Digitalisierung. Der geschlossene Prozessberatungsaufruf und die offene Losregistrierung sind unterschiedliche Zugänge.
- Du planst eine KI-Investition in NRW und brauchst eine Kreditfinanzierung: Prüfe mit deiner Hausbank NRW.BANK.Invest Zukunft. Erfasse das Vorhaben vor dem Hausbankantrag im Kundenportal und stelle den Antrag vor Vorhabenbeginn.
- Du willst als kleiner Gewerbebetrieb in Bayern eine KI-Lösung einführen: Prüfe Kostenarten und aktuellen Zugang beim Digitalbonus Bayern. Stelle den Antrag selbst und warte vor einer Beauftragung auf die Eingangsbestätigung per E-Mail.
Wenn die organisatorischen und finanziellen Fragen geklärt sind, kannst du den konkreten Ablauf planen. Wie solche Abläufe aussehen, zeigen KI im Kundenservice, Angebot mit KI erstellen und prüfen und KI-Telefonassistent im Handwerk. Du möchtest dafür Unterstützung bei deinem Postfach-, Angebots- oder Rückrufprozess? Beschreibe inventivo die Aufgabe, die du in deinem Betrieb einrichten möchtest. Förderantrag und Förderentscheidung bleiben bei den zuständigen Stellen.
Quellen und Stand
Bundesweite Programmangaben geprüft am 29. Oktober 2026, BAFA-Unternehmensberatung erneut am 31. Oktober 2026. NRW-MID und NRW.BANK.Invest Zukunft einschließlich Antragsweg geprüft am 1. November 2026. Digitalbonus Bayern einschließlich Antragszugang geprüft am 2. November 2026. Ein Jahreswechsel allein bestätigt weder neue Mittel noch einen neuen Förderaufruf.
Quellenstand
- 1. Mittelstand-Digital: Unterstützungsangebote und Netzwerk · geprüft am
- 2. BAFA: Unternehmensberatung, Verfahren und Unterlagen · geprüft am
- 3. BAFA: Zuschuss, Zahlung und Zahlungsnachweis, Stand 18.05.2026 · geprüft am
- 4. BAFA: Förderrichtlinie in der geänderten Fassung vom 12.12.2024 · geprüft am
- 5. INQA: Informationen für KMU und regionale Erstberatung · geprüft am
- 6. Förderdatenbank: INQA-Coaching, Verweis auf Richtlinie 12.06.2026 · geprüft am
- 7. NRW.BANK: MID-Digitale Prozesse und Förderaufruf 2026 · geprüft am
- 8. NRW.BANK: MID-Digitalisierung und Losverfahren · geprüft am
- 9. NRW.BANK: MID-Übersicht und Vorhabenbeginn · geprüft am
- 10. NRW.BANK.Invest Zukunft: Förderzweck, Konditionen und Hausbankantrag · geprüft am
- 11. NRW.BANK.Invest Zukunft: Merkblatt, Stand 07/2026 · geprüft am
- 12. Digitalbonus Bayern: Förderzweck, Kosten und Zuschusshöhen · geprüft am
- 13. Digitalbonus Bayern: Antragswege und Vorhabenbeginn · geprüft am
- 14. Digitalbonus Bayern: aktuelle FAQ und monatliche Kontingente · geprüft am
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